21.04.2010
Neuer Vorsitz im Landesverband
Im Bild von rechts: Professor Dr. Günter Spatz, bisheriger Landesvorsitzender, Dr. Rudolf Kratzer, neuer Landesvorsitzender, Rudolf-Konrad Graf Montgelas, Ehrenvorsitzender, Franz Schilcher, Ehrenmitglied in Niederbayern, Helmut Konrad, Leitender Landwirtschaftsdirektor des Staatsgutes in Almesbach und des Lehr- und Versuchsgeheges Pfrentsch.
Die Bayerischen Gehegewildhalter wählten bei ihrer Jahresmitgliederversammlung am 17. April 2010 in Ursberg (Schwaben) Dr. Kratzer mit großer Mehrheit zum neuen Vorsitzenden des Landesverbandes. Kratzer ist Bezirksvorsitzender des Regionalverbandes in Oberfranken. Er wurde von der Vorstandschaft für die Kandidatur vorgeschlagen, nachdem Professor Dr. Günter Spatz, der bisherige Landesvorsitzende, für das Amt nicht mehr kandidiert hatte. Zu seinen Stellvertretern wurden Hans Wirthmüller, Niederbayern, Sepp Klinger, Oberbayern, und Benedikt Spieler, Schwaben, gewählt.
Dr. Kratzer ist selbst Gehegewildhalter und hat sich bisher mit großem Engagement für Erleichterungen bei der Vermarktung von Gehegewild eingesetzt. Zu den ersten Gratulanten Kratzers gehörten neben seinem Vorgänger Dr. Spatz auch sein Vorvorgänger im Amt als Landesvorsitzender, Graf Montgelas.
Viele Änderungen erreicht
Dr. Spatz erinnerte in seinem Rückblick über vier Jahre seiner Amtszeit an wichtige Veränderungen für die Gehegewildhalter, die vom Verband kritisch begleitet und auch mitgestaltet werden konnten. So wurde von den zuständigen Staatsministerien die Gehegerichtlinie überarbeitet und neu geregelt, es wurden Leitlinien für den Transport von Gehegewild erlassen, auf die der Verband korrigierend Einfluss nehmen konnte. Die größte Herausforderung stellte zweifellos die Umsetzung des EU-Hygienepakets dar, die während der gesamten Amtszeit sehr viel Zeit und Engagement abverlangte. Um dieses zunächst wie eine Bürokratie- und Kostenlawine auf die Wildhalter zurollende Ungeheuer aufzufangen, waren viele Gespräche mit Politikern, Ministerien, und Behörden zu führen. Enttäuschend dabei war, wie zäh dabei Bewegung zu erreichen war und wie wenig wohlmeinende Aussagen von Politikern Wirkung zeigten.
Eine der wichtigsten Änderungen sei zudem vom bayerischen Verband angestoßen und auf Bundesebene zum Durchbruch gebracht worden: Die Möglichkeit, Gehege entsprechend der Definition der EU-Richtlinie als „ähnlich dem frei lebenden Wild“ einzustufen. Bei dieser Variante könne der Gehegewildhalter wie ein Jäger erlegen und dann vermarkten. Auch bei der Zulassung von Schlachteinrichtungen konnten Verbesserungen erzielt werden. Insgesamt habe aber für relativ bescheidene Verbesserungen ein sehr großer Aufwand getrieben werden müssen.
Der neue Vorsitzende Dr. Kratzer dankte Spatz für sein Engagement und versicherte, die Arbeit fortzuführen.