10.09.2017

Niederbayerischer Wildhalterausflug

Die Wildhalter aus Niederbayern besuchten von 08. bis 10. September 2017 ihre Kollegen in Südtirol.

 
 
 
Die Region um Bozen war dieses Jahr das Ziel der niederbayerischen Wildhalter, der erstmals drei Tage dauerte. Angefangen vom Landkreis Passau sammelte der Bus nach und nach alle angemeldeten 37 Teilnehmer bis zum Landkreis Kelheim auf, bevor es in Richtung Süden über den Brenner ging.
 
Der erste Betrieb wurde nach dem Mittagessen in Sterzing angesteuert. Kurt Fleckinger betreibt in Mareit seit zehn Jahren ein Gehege mit knapp 60 Stück Dam- und Rotwild. Die Tiere werden ganzjährig zugefüttert. Der gelernte Metzger schlachtet in seinem Schlachtraum selbst und vermarktet ganze und halbe Schlachtkörper an seine Kunden. Am Abend wurde das Quartier im Hotel Waldheim in Altrei bezogen.
 
Der zweite Tag führte nach Bozen, wo es jedem freistand, das Südtiroler Archäologiemuseum zu besuchen und die Originalfunde und die Geschichte des Mannes aus dem Eis – auch „Ötzi“ genannt – zu besichtigen. Anschließend gab es in der Innenstadt auf dem Altstadtfest und dem Obstmarkt viel Interessantes zu entdecken. Am Nachmittag ging es weiter zum Kaltenbrunnhof in Kastelruth. Dort wurde das seit 1989 bestehende Gehege besucht. Auf den 5 ha grasen 25 Damwild-Alttiere mit Nachzucht. Der Betriebsleiter beauftragt seinen Nachbarn – einen Jäger – mit dem Abschuss. Alle Schlachtkörper werden dann über einen Metzger vermarktet. Haupterwerbszweig des 36-jährigen Unternehmers ist seine Speckselcherei, die er ganzjährig betreibt. Hier werden die Teilstücke von Schweinen zu 95 Prozent zu Speck verarbeitet. Die Besucher staunten, als Familie Trocker verriet, dass 80 Prozent des Fleisches aus Niederbayern stammen. Der größte Teil ist Hinterschinken, der Rest Bauch und Kaiserfleisch. Es dauert etwa sechs Monate, bis der Speck fertig ist zum Verkauf. Pro Jahr werden etwa 200 Tonnen verkauft – zu 40 Prozent direkt über heimatlichen Laden, Der Rest über Gastronomie und Wiederverkäufer.
 
Der dritte Wildhalterbetrieb stand am letzten Tag bei der Heimreise auf dem Programm. Auf dem Glangerhof in Feldthurns, der bereits ursprünglich seit 900 n. Chr. dort beheimatet ist, besteht das Rotwildgehege, das der Senior Georg und sein Sohn Martin betreuen, schon seit 37 Jahren. Auf 20 ha leben 25 Alttiere mit Nachzucht sowie fünf bis zehn Hirsche mit Spießer. Das Fleisch und die daraus hergestellte Wurst werden ab Hof und über den eigenen Buschenschank vermarktet. Der Vollerwerbsbetrieb baut zudem auf Mutterkuhhaltung auf der Alm, wo aus der Milch Käse hergestellt wird. Der angebaute Wein wird über die Gastronomie verkauft.
 
Zum Schluss waren sich alle Teilnehmer einig, dass sich der Blick über den Zaun auf alle Fälle gelohnt hat, denn jeder nahm zahlreiche eindrücke mit nach Hause. Genauso wertvoll empfanden die Wildhalter den intensiven Austausch unter Berufskollegen. Aus diesem Grund wünschte sich die Gruppe, dass es auch nächstes Jahr wieder zu einem Ausflug eingeladen wird.
 
Quelle: Helga Gebendorfer