Exkursion Schlachthauseinrichtung
Der Einladung des Regionalverbands Schwaben sind rd. 30 Wildhalterinnen und Wildhalter gefolgt um sich über Schlachteinrichtungen zu informieren
Der Einladung des Regionalverbands Schwaben sind rd. 30 Wildhalterinnen und Wildhalter gefolgt um sich über Schlachteinrichtungen zu informieren. Nach einer kurzen Begrüßung durch den stellvertretenden schwäbischen Bezirksvorsitzenden Walter Albrecht und den Geschäftsführer der Firma Friedrich Sailer GmbH, Herr Christoph Mützel ging es erstmal in einer ¾-stündigen Führung durch das Schießzentrum Müller. Dort konnten die Tontaubenhalle, und die unterirdischen Schießbahnen über 300, 100 und 25 m besichtigt werden. Insbesondere die Tontaubenhalle, die auch wie widrigen Witterungen Übungen zulässt und die unterirdische 300 m Schießbahn versetzte die Teilnehmer ins Staunen.
Nach der Führung ging´s dann zur Theorie. Herr Mützel erörterte in seinem Referat die Vorschriften und die Ausstattungsmöglichkeiten von Schlachtstätten.
Die jeweiligen Schlachthaus-Einrichtungen sind abgestimmt auf EU-zertifizierte Betriebe und auch auf Betriebe mit einer Haltung ähnlich freilebendem Wild. Hr. Mützel ging in seinem Vortrag auf die Beschaffenheit der Räume, wie auch auf die Ausstattung ein. Die Wände und Fußböden müssen leicht zu reinigen sein, der Fußboden muss zu einem Bodenablauf ein Gefälle aufweisen. Die Räume sind ausreichend zu belüften und mit einem Fliegengitter am Fenster ausgestattet sein. Die Arbeits- und Lagerbereiche müssen hygienisch sein. Ein Wasseranschluss mit lebensmittelechtem Schlauch ist vorzusehen. Ein Handwaschbecken, mit Seifenspender und Einweghandtücher gehören zur Aussattung.
Mit vielen Bildern wurden den Teilnehmern die praktischen Lösungen sehr anschaulich vorgestellt. Bereits im Vortrag wird klar, dass die Produkte mit einer hohen Güte hergestellt werden und demzufolge eine lange Nutzungsdauer zu erwarten ist.
Die Vortragsunterlage können Sie bei der Firma Friedrich Sailer anfordern. Der Kontakt kann über die Geschäftsstelle des Landesverbands erfragt werden.
Nach dem Vortrag hatten die Teilnehmer die Gelegenheit eine Schlachtstätte in Modulbauweise vor dem Müller Schießzentrum zu besichtigen. Bei dieser Besichtigung konnten die Wildhalter/innen feststellen, dass in den Schlachtstätten der Fa. Friedrich Sailer das abgerundete Gesamtkonzept einen großen Stellenwert hat. Dies zeigt sich in vielen Details. Der Schlachtkörper kann unter einem Vordach an der Rohrbahn des Schlachthauses aufgenommen werden und dann über den Schlachtraum in die Kühlzelle transportiert werden. Der Schlachtraum ist mit Zerlegetisch und kniebetätigtes Waschbecken ausgestattet. Seifen-, Desinfektionsmittel und Papiertuchspender gehören zur Grundausstattung.
Nach der Besichtigung des Schlachtmoduls trafen sich die Wildhalter im 25 km entfernte Gut Reuendorf in Niederstotzingen. Dort wurden wir von Hr. Fremd, Berufsjagdmeister der Fa. Schwenk empfangen. Das von der Firma Friedrich Sailer ausgestattete Schlachthaus in Massivbauweise kann bei Drückjagden Wild in einer oberen zweistelligen Anzahl aufnehmen. Hr. Fremd erläutert den Teilnehmern, dass das Schlachthaus errichtet wurde, um das Wildfleisch für die direkte Abgabe an Endkunden zu verarbeiten. Auch hier ist ein Rohrbahnsystem verbaut, was ein kräfteschonendes Arbeiten zulässt. Die Schlachtstätte ist in einen Schlacht- und Zerlegebereich unterteilt. Es stehen mehrerer Kühlzellen jeweils nach den unterschiedlichen Arbeitsschritten bereit. Beim Ausziehen der Wildkörper hilft ein Kettenzug, der über eine Umlenkrolle im Bodenbereich geführt wird. Betreten wird der Reinbereich über eine Schmutzschleuse inkl. Umkleidemöglichkeit.
Wir möchten uns bei Frau und Herrn Mützel, bei Herrn Schauz und Herrn Fremd für den sehr informativen Nachmittag bedanken. Die Eindrücke haben uns sehr inspiriert.
Quelle: Walter Albrecht